Als hätte die Göttin der Ironie selbst dieses Treffen anberaumt, sandte Mirt der Gruppe Unterstützung in Form eines Magiers: Xanorin, der halbelfische Magier, klopfte an die Tür der Taverne. Mirt schickte ihn, um der Gruppe zu helfen, den Stein zu finden. Recht arrogant gab sich der Gast, welcher sich mit einem mitgebrachten Schreiben als weiteres Mitglied der Harfner auswies. Im Laufe des Gesprächs offenbarte die Gruppe, dass sie den Stein bereits gefunden hätten, aber noch nicht wüssten, was der nächste Schritt sei. Mit Xanorins Hilfe, stimmte sich Penelope auf den Stein ein. Daraufhin erfuhr Penelope in einer Vision von den Kräften des Steins und jener offenbarte ihr außerdem, dass zum Öffnen des Tors, welches den Schatz schützte, mehrere Schlüssel nötig seien. Einer davon war eine Spieluhr, welche sich im Anwesen der Cassalanters befinden sollte.
Brutalos hingegen hatte an diesem Morgen seiner Meinung nach erheblich wichtigere Dinge zu erledigen: Die letzte Bierlieferung am vorherigen Tag entsprach nicht seinen Qualitätsansprüchen. Er hatte sich auf den Weg in den Seebezirk gemacht, um ein Wörtchen mit dem Braumeister zu wechseln.
Während die beiden Magier mit dem Stein beschäftigt waren, gingen Parvinca und Lynahra gemeinsam auf Einkaufstour. Lynahra konnte eine Handarmbrust erstehen und Parvinca füllte ihren Vorrat an Metallkügelchen wieder auf. Als die beiden ebenfalls ihren Weg durch den Seebezirk zurück zur Taverne beschritten, konnten sie eine angeregte Diskussion zwischen Brutalos und dem Braumeister überhören, als sie an der Brauerei vorbeigingen. Offensichtlich war es ein intensiveres Gespräch.
Als Parvinca und Lynahra wieder zurück in der Taverne waren, besprachen die vier kurz, was der Plan für diesen Tag sein sollte. Sie entschließen sich, dem Anwesen einen Besuch abzustatten. Kurze Zeit später fanden sich Parvinca, Penelope, Lynahra und Xanorin vor dem Anwesen ein. Die knapp 6 Schritt hohen Mauern und das Wachpersonal vor dem Eingangstor ließen darauf schließen, dass ein unbefugtes Eindringen in das Anwesen eher kompliziert werden dürfte. Nicht zu vergleichen mit dem Anwesen der Gralhunds. Während Lynahra sich daran machte, Parvinca in einer Seitengasse unsichtbar zu machen, begann Penelope ein Gespräch mit den Wachleuten. Sie habe ein wichtiges Anliegen, mit dem Hausherren zu besprechen. Es bedurfte nur wenig Überredungskunst, würde ein Adliger schließlich sicher nicht lügen! So öffnete der Wachmann das Tor und ging hinein. Parvinca schaffte es in diesem Moment, unbemerkt durch die Tür in den Empfangsbereich zu schlüpfen. Als sie dem Wachmann in den Nebenraum folgen wollte, bemerkte sie Runenzeichen über dem Türrahmen. Direkt deuten konnte sie die Zeichen zwar nicht, vermutete aber Bannmagie. Sie ließ den Moment, mit durch die Tür zu huschen, verstreichen und befand sich nun mit einem Bediensteten, der hier Teller räumte, allein in dem Raum. Dieser war zu ihrem Glück recht beschäftigt und bemerkte nicht, wie Parvinca versuchte, in einen anderen Nebenraum zu kommen. Die erste Tür war verschlossen, die zweite nicht. Hier hinein konnte sie sich unbemerkt bewegen.
Kurz danach kam der Wachmann zusammen mit einem Butler wieder zur Eingangstür und man bat Penelope hinein. Der Wachmann blieb draußen, während der Butler sie in das Büro von Victoro Cassalanter, dem Hausherren führte. Nachdem diverse Höflichkeiten ausgetauscht wurden, fragte Victoro Penelope, was sie denn zu ihm führen würde. Penelope meinte, dass die Casslanter-Kinder bei einem zurückliegenden Empfang wohl böse Wörter in den Mund genommen hätten. Nach kurzem Hin und Her schien Victoro aber klar geworden zu sein, dass Penelope hier nicht ganz wahrheitsgemäß berichten würde. So seien die Kinder im letzten Monat gar nicht aus dem Anwesen herausgekommen. Penelope konnte spüren, dass Victoro sie wohl durchschaut hatte und bemerkte, dass sie etwas im Schilde führen würde. So bat er sie wieder zu gehen, er habe schließlich noch einiges zu tun. Höflich schickte er sie, begleitet von seinem Butler, aus dem Anwesen.
Parvinca fand eine weitere Tür, welche aber verschlossen war. Sie konnte das Schloss aber rasch öffnen und sich vergleichsweise leise nach draußen begeben. Sie fand sich im Innenhof des Anwesens wieder und konnte gerade zwei patrouillierende Wachen beobachten, wie sie sich von ihr entfernten. Glück gehabt. Sie schlich eine Weile durch den Innenhof und konnte die Hausherrin, Amalia Cassalanter beobachten, wie diese sich im Schmetterlingsgarten beschäftigte. Allerdings war noch keine Spieluhr in Sicht. Im Innenhof befanden sich mehrere Gebäude. Eine Treppe führte auf einen Balkon im ersten Stock. Dort begab sie sich hinauf und verschaffte sich einen Überblick. Die Tür zum Ballsaal war zwar verschlossen, aber auch diese konnte Parvinca zügig aufschließen. Doch war sie dieses Mal weniger vorsichtig und wurde scheinbar bemerkt. Sie ging schnell in den Ballsaal, worauf kurz danach ein Bediensteter zur offen stehenden Tür ging, laut pfiff und Alarm schlug. Er verschloss die Tür rasch und verschwand in einem Nebenraum. Parvinca konnte hören, wie die Tür von innen verschlossen wurde. Nun ging alles sehr schnell. Parvinca war gerade noch dabei, sich umzusehen, als plötzlich die Tür nach draußen wieder aufging und 4 Wachleute den Ballsaal betraten. Als Parvinca nach einem Ausweg suchte, stellte sie fest, dass über dem Durchgang zum Nebenzimmer ebenfalls Runen zu sehen waren. Dieser Weg war für sie also Tabu. Indes konnte die Gruppe draußen ebenfalls den Alarm vernehmen und ihnen war sofort klar, dass bei Parvinca wohl etwas schiefgelaufen sein musste. Parvinca verharrte kurz, um einen Plan zu fassen, als Lynahra sie telepathisch fragte, ob alles in Ordnung sei. Sie hingegen erwiderte, dass es langsam brenzlig werden würde, aber als noch ein Magier, zu erkennen an seiner Robe und spitzem Hut, den Raum betrat, ergriff Parvinca die Panik und sie rempelte sich ihren Weg an einer Wache vorbei und hechtete die Treppe hinauf ins Obergeschoss. 2 Wachen waren ihr direkt auf den Fersen und einer verfehlte sie mit seinem Speer nur knapp. Lynahra schilderte kurz, war er von Parvinca gehört hatte und nach kurzem Überlegen entschloss sich Penelope, die Illusion einer Explosion vor den Fenstern des Ballsaals zu erzeugen, um Parvinca etwas Zeit zu verschaffen. Parvinca war inzwischen dabei, ein Fenster im 3. Stock zu entriegeln, da dies ihr einziger Ausweg zu sein schien. Im ersten Anlauf wollte ihr das nicht gelingen. Zu aufgeregt war sie. Beim zweiten Versuch erschrak sie, wie auch die Wache, die ihr am nächsten stand, als die Explosion ertönte und schaffte es nur kurz darauf dann doch, das Fenster zu öffnen und hindurch zu springen. Gerade noch in letzter Sekunde, bevor die zweite Wache sie aufhalten konnte. Unsanft schlug sie auf dem Boden vor dem Anwesen auf und verstauchte sich leicht ihren Knöchel. Sie humpelte, noch immer unsichtbar, über die Straße zu Lynahra, während auch Xanorin und Penelope hinzustießen. Wieder in Sicherheit hob Lynahra den Unsichtbarkeitszauber auf und versorgte ebenfalls via Magie die Wunden von Parvinca. Die Gruppe zog nach der misslungenen Infiltration, dass dieses Anwesen schwerer zu knacken sein würde, als sie erwartet hatten. Mit Frust und Enttäuschung begab sich die Gruppe zunächst zurück zur Taverne, um sich zu sammeln und zu stärken, bevor sie das weitere Vorgehen planten.
Memo Tageszeit: ~17 Uhr